September 04, 2010

Wer ist also Gunda Tomlinson?

Ganz einfach; zu sehen auf dem Foto rechts neben Sohnemann.
 
Es gab da also einen geburtenstarken Jahrgang in den 60ern, in dem meine Eltern wie viele andere entschieden, noch ein weiteres Geschöpf in die Welt zu setzen. Ich muß sagen, sie haben das zeitlich sehr gut geplant, da ich im Juni auf die Welt gekommen bin, heißt immer Sommer zum Geburtstag und Gartenparty und gleichzeitig, da mitten im Jahr, immer viel mehr Geschenke als die armen Kinder, die um Weihnachten ihren Ehrentag feiern dürfen.

Also wie gesagt, nicht nur Sommer, sondern auch noch Sonntagskind, bin ich mit tatsächlich 7 Jahren in die Grundschule in Hohenlockstedt eingeschult worden. Nach vier Jahren fleißig sein, habe ich entschieden, “jetzt aber weiter; ich will in die Stadt.” Da blieb nur das Gymnasium der Auguste-Victoria-Schule in Itzehoe.

Mit vollem Tatendrang startete ich mein Ehrenamtlerdasein mit jungen 9 Jahren beim Deutschen Jugend Rot Kreuz in Hohenlockstedt. Es war eine klasse Zeit. Die Gruppe war eher eine große Familie, eine Mischung aus Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich alle um und miteinander verstanden und gekümmert haben. Neben viel Spaß in den eigenen “Vier Wänden” der Jugendgruppe haben wir viel gelernt und erlebt auf Kreis-, Länder- und Bundesebene durch die Teilnahme an Wettbewerben & Katastrophenschutzübungen. Aktiv dabei waren wir bei Blutspendeaktionen, Sportveranstaltungen (mein Favorit waren die Speedway-Rennen in Brokstedt), Unterstützungen besonders in der Weihnachtszeit von Rentnern, Theaterveranstaltungen, Aktionen rund ums Müttergenesungswerk und noch bei weitem vieles mehr.

Noch nicht genug der Vereinsarbeit. Mit fortgeschrittenem Alter von 12 Jahren entschied ich, Trompete spielen zu lernen. In der Gemeinde gab es den Kirchenchor mit einem großen Orchester, in dem ich mich dann wieder fand. Nach meiner Konfirmation war ich im Irrglauben, keinem Gottesdienst wieder beiwohnen zu müssen. Falsch gedacht als Mitglied in einem kirchlichen Posaunenchor. Aber ich kann sagen, als Atheist habe ich diese Zeit mit viel Spaß unbeschadet überstanden.

Um den körperlichen Ausgleich zu erreichen, nutzte ich meine weitere Freizeit im Gemeinde Sportverein und in der Sport-AG der Schule. Unschlagbarer Favorit war die Leichtathletik in der Disziplin 100 m & 200 m Sprint und Staffellauf. Mein Ansporn war ununterbrochen, als erste das Ziel zu erreichen, was mir auch fast immer gelang. Zum Glück habe ich mich nie vom Ehrgeiz der Sportlehrer anstecken lassen, doch noch härter zu trainieren, um an nationalen und internationalen Meisterschaften teilzunehmen.

Endlich dann das Abitur in der Tasche. Selbstverständlich so weit weg wie möglich. Aber wohin? Klare Antwort, es war Berlin Kreuzberg, denn die Mauer stand und der Kiez war Schutz genug vor ungebetenen Gästen. Mein Drang in die Ferne half mir auf dem Weg zum Geographie Studium mit der Idee, später in der Entwicklungshilfe aktiv meine Arbeitskraft einzusetzen. Während des Studiums habe ich mit Studentenjobs als Haushaltshilfe beim Deutschen Roten Kreuz und als Kellnerin und Barfrau den Lebensunterhalt aufgestockt.
Recht schnell habe ich mich entschieden, nicht gen Dritte Welt zu gehen, sondern meinem Sohn die uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu widmen. Um nicht als Kleinfamilie in Berlin zu leben, entschloß ich mich für ein Wohnprojekt in Kreuzberg, in Eigenregie mit staatlicher Förderung ein Altbaukomplex zu modernisieren und mit vielen jungen Eltern und deren Kindern zusammen zu leben.

Während dieser Jahre startete ich meine berufliche Karriere als kaufmännische Verwaltungsangestellte in einem Qualifizierungsprojekt für Punks und einem Ausbildungsprojekt für langzeitarbeitslose junge Erwachsene. Diese Zeit verhalf mir zu dem Entschluß eine Ausbildung als “Fachkraft im Rechnungswesen” zu machen. Für 9 Jahre arbeitete ich anschließend als Kaufmännische Koordinatorin und stellvertretende Geschäftsführerin in einer ambulanten Schwerstkrankenpflegestation für Menschen mit HIV und Aids.

All diese Jahre habe ich meine Sehnsucht in die Ferne nicht vergessen, habe die Welt viel bereist und währenddessen Länder der Ersten bis Dritten Welt besucht. Für eine längere Zeit habe ich in Südspanien mein Sabbatical gelebt, genauer gesagt in Roquetas de Mar, Provinz Almería und mit meinem Mann das mildeste und sonnenreichste Klima Europas genossen.

Von September 2006 bis Ende Oktober 2010 war ich als Head of Business & Personnel Administration bei dem Unternehmen Metaversum GmbH in Berlin beschäftigt. Metaversum GmbH entwickelte und betrieb die 3D-Onlinewelt Twinity. Als erste internationale Plattform baute Twinity maßstabsgetreu die Metropolen dieser Erde nach und machte diese virtuell bewohnbar. Dahinter stand die Vision, die reale mit der virtuellen Welt eng zu verknüpfen. Gegründet im Juli 2006 und finanziert von führenden VCs betrieb Metaversum Büros & Tochterunternehmen in Berlin, Potsdam, Kiew und Singapur mit 110 festangestellten & freien Mitarbeitern.

Seit November 2010 unterstütze ich innovative Unternehmen aus der IT & T.I.M.E. Branche und im E-Commerce im administrativen Geschäft und in allen betriebswirtschaftlichen Prozessen, im internen & externen operativen Geschäft, im Bereich Human Resources und in der Unternehmensverwaltung.

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