December 02, 2011

Elektronische Lohnsteuerkarte erneut verschoben

Die Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte lässt weiter auf sich warten: Ursprünglich sollte sie Anfang 2011 eingeführt werden, doch der Start wurde wegen technischer Probleme auf den Jahreswechsel 2011/2012 verlegt. Anfang November wurde die Einführung dann auf Mitte 2012 verschoben. Aber das Datenchaos scheint noch größer als gedacht zu sein. Das Bundesfinanzministerium bestätigte nun, dass die Finanzministerkonferenz der Länder eine erneute Verschiebung beschlossen hätte. Nun soll die elektronische Lohnsteuerkarte erst Anfang 2013 einsatzbereit sein. Die aktuell noch gültige Lohnsteuerkarte 2010 - sie war die letzte Karte aus Papier - behält damit auch 2012 noch ihre Gültigkeit.

Von dem elektronischen Verfahren verspricht sich die Verwaltung eine wesentliche Erleichterung bei der Kommunikation zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Finanzämtern und Meldebehörden. Durch die Zuständigkeit der Finanzämter für die meisten Änderungen - etwa beim Wechsel der Steuerklassen - sollen unnötige Wege vermieden werden. Die Gemeinden liefern künftig melderechtliche Änderungen wie Umzug, Heirat, Geburt eines Kindes oder Kirchenaustritt tagesaktuell direkt an die Finanzverwaltung.

Neben rein technischen Problemen sind viele personenbezogene Daten für die elektronische Lohnsteuerkarte in der Datenbank falsch abgespeichert. In Mecklenburg-Vorpommern etwa sind Angaben zu Kinderfreibeträgen oder zur Steuerklasse fehlerhaft. Das Finanzministerium in Schwerin schätzt, dass mehr als 13.000 Daten falsch seien – von rund 640.000 Datensätzen in dem Bundesland.

 

Massenhaft Korrekturmeldungen


Nach der ersten Verschiebung hatte die Finanzverwaltung im September dieses Jahres rund 40 Millionen Mitteilungen verschickt. Darin wurden die Steuerzahler über die für sie gespeicherten Daten für den Abzug der Lohnsteuer ab dem 1. Januar 2012 informiert. Damit sollten sie Gelegenheit erhalten, ihre "Elektronischen LohnSteuerabzugsMerkmale" zu überprüfen und eventuell bis zum Jahresende korrigieren zu lassen. Daraufhin erhielten die Finanzämter massenhaft Korrekturmeldungen - unter anderem deshalb wurde der Start dann erneut verlegt: von Anfang 2012 auf Mitte 2012.

Quelle: Tagesschau.de 02.12.2011

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