March 29, 2014

Reallöhne sinken wieder

Beschäftigte büßen an Kaufkraft ein

Die deutschen Arbeitnehmer haben erstmals seit der Rezession wieder an Kaufkraft eingebüßt. 2013 sanken die Reallöhne auch wegen geringerer Sonderzahlungen etwa bei Banken und Versicherungen leicht. Dennoch zahlte diese Branche im Schnitt die höchsten Gehälter.

Berlin - Die Bruttomonatsverdienste stiegen 2013 mit 1,4 Prozent langsamer als die Verbraucherpreise mit 1,5 Prozent. Nach Abzug der Inflation hatten die Beschäftigten somit weniger in den Portemonnaies, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit.

Zwar hatten die Beschäftigten in den drei Jahren zuvor noch einen Reallohnzuwachs verbuchen können. Die Kaufkraft legte aber immer langsamer zu: 2010 gab es noch einen Zuwachs von 1,5 Prozent, 2011 von rund 1,2 Prozent und 2012 nur noch von 0,5 Prozent.

Wegen der anziehenden Konjunktur stünden die Chancen für ein kräftiges Plus in diesem Jahr aber wieder gut, zeigten sich die Statistiker überzeugt.

Arbeitnehmer verdienten im Schnitt rund 45.500 Euro brutto

In Unternehmen, die nach Tarif zahlen, gab es für die Beschäftigten 2013 allerdings deutlich mehr Geld (plus 2,4 Prozent) als in nicht tarifgebundenen Betrieben (plus 0,8 Prozent).

“Ein weiterer Grund für den vergleichsweise geringen Verdienstanstieg war der Rückgang der häufig erfolgsabhängigen Sonderzahlungen”, erklärte das Amt. Dazu zählen etwa Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Boni. Vor allem Banken und Versicherer zeigten sich knausriger als in den Vorjahren.

Im Schnitt verdiente ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer samt Sonderzahlungen 45.523 Euro brutto. Trotz der geringeren Sonderzahlungen erhielten Beschäftigte bei Banken und Versicherungen am meisten (65.675 Euro).

Dann folgten die Mitarbeiter in der Energieversorgung (62.589 Euro) sowie im Bereich Information und Kommunikation (61.250 Euro). Angestellte im Gastgewerbe bekamen mit durchschnittlich 25.286 Euro am wenigsten.

rei/rtr Manager-Magazin 28.03.2014

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