April 06, 2014

FRAUENQUOTE FÜR AUFSICHTSRÄTE

Mehr Realismus bitte, die Damen!

Von Heiner Thorborg, The Female Factor

Die staatliche Quote macht viele Frauen ganz nervös: Sie drängen mit Macht in die deutschen Aufsichtsräte. Dabei vergessen sie oft, dass ihnen dazu leider bislang fast immer die Qualifikation fehlt.

Aufsichtsrätin kann man lernen. Drei Tage sowie 1995 Euro geopfert - und der Verband deutscher Unternehmerinnen verwandelt seine Kursteilnehmerinnen in Unternehmenskontrolleurinnen. Bei der BeckAkademie geht die Produktion einer Rätin sogar noch schneller und günstiger: In sechseinhalb Stunden Training für 599 Euro kann die Dame “wirksame Überwachung der Unternehmensführung” einüben. Ganz seriös gibt sich die Deutsche Börse Group. Die offeriert nach einem “Zertifikatslehrgang” gar eine Prüfung zum “Qualifizierten Aufsichtsrat”.

Derzeit drängt es die Frauen in derartige Veranstaltungen, gilt doch für die Aufsichtsräte börsennotierter Gesellschaften in Deutschland mit mehr als 2000 Mitarbeitern ab 2016 eine Frauenquote von 30 Prozent. So manch eine will offenbar gut vorbereitet sein, wenn der Ruf in die heiligen Hallen der Geschäftswelt erfolgt. Der feminine Drang zum Wissenserwerb ist natürlich löblich, wirft aber auch Fragen auf: Kann man Aufsichtsrat wirklich lernen? Können sich Frauen tatsächlich in einem Kursus für ein Mandat qualifizieren? Und ist es aus weiblicher Sicht eigentlich überhaupt ein begehrenswerter Karriereschritt, in einen Rat berufen zu werden?

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